Tante Ju 52 – ein geniales Erlebnis

„Mein Papa ist mit der Tante Ju gefiegt, mein Papa ist mit der Tante Ju gefiegt!“ – meine Tochter war völlig aus dem Häuschen, als ich am Terminal 2 nach gut 30 Minuten Rundflug über Hamburg mit der Tante Ju 52 ankam. Und ich muss auch sagen: Das war ein saugeiles Erlebnis. Die Junkers Ju 52 (Spitzname: Tante Ju) ist ein Flugzeugtyp der Junkers Flugzeugwerk AG, Dessau. Das heute als Ju 52 bekannte Flugzeug ist die dreimotorige Ausführung Junkers Ju 52/3m aus dem Jahr 1932, die aus dem einmotorigen Modell Ju 52/1m hervorging. Es gibt nur noch 6 flugfähige Maschinen weltweit – eine davon bei uns in Deutschland, meist in Hamburg oder Berlin.

Kenngröße Daten
Spannweite: 29,25 m
Länge: 18,50 m (mit Schwimmern 19,40 m)
Höhe: 4,65 m, mit Fahrwerk 6,10 m
Flügelfläche: 110,50 m²
Startgeschwindigkeit: 120 km/h
Höchstgeschwindigkeit: 290 km/h
Reisegeschwindigkeit: 180 km/h
Landegeschwindigkeit: 106 km/h
Nutzlast: 1500 kg
Reichweite: 1200–1300 km
Motor: BMW 132 (mehrere Varianten) / Pratt&Whitney »Hornet« / Elizalde Beta
Leistung: 3 × 660 PS (1456 KW) bis 3 x 750 PS
Gipfelhöhe: 6300 m
Besatzung: 3 Mann + 15–17 Passagiere
Bewaffnung: ein MG 131 Kal. 13 mm im offenen Stand über dem Rumpf, zwei 7,9-mm-MG an den Rumpfseiten

Den Flug hatte ich von meinen Eltern zum 31. Geburtstag bekommen. Abflug war 14:30 Uhr, Boarding bereits 14:10 Uhr. Mit einem Bus wurden wir über das gesamte Rollfeld zur Ju gebracht, wo uns die Crew (Pilot, Co-Pilot, Techniker und eine Stewardess) empfingen. 5 Minuten nützliche Infos angehört und an Bord geklettert. Eine Kuschelbank gibt es (Zweisitzer), ansonsten alles Einzelsitzplätze. Fast jeder Fensterplatz bietet Sicht auf Tragfläche und Motor – doch durch die zahlreichen Kurven kann man später gut fotografieren, egal wo man sitzt.

Der leichte Geruch von Öl, welches von Hand (!) in die Motoren während des Fluges gepumpt wird macht sich breit. Es fängt an zu dröhnen (es ist kein Lärm, es sind historische Fluggeräusche!) und alle 3 Motoren werden nach und nach angeworfen. Jeder einzeln, denn der Stromgenerator würde alle 3 Motoren auf einmal nicht packen.

Auf zur Startbahn, kräftig draufgedrückt und nach enorm kurzem Anlauf sind wir auch schon in der Luft. Ein geiles Gefühl. Wir hatten leichten Wind (für die Kleine vor mir, ihr erster Flug (sie ist 11 Jahre alt), war es genug Wind; sie hat 3 Kotztüten vollgemacht…); der Wind drehte die Maschine wie einen Teller von links nach rechts. Sowas hatte ich bisher noch nie erlebt. Unbeschreiblich.

Nach Erreichen der Reiseflughöhe von 600 Metern durfte ich auch einmal ins Cockpit. Es war eng – aber die Holzsteuerknüppel waren schon echt ein Blickfang. Dann flogen wir auch schon über den Hamburger Hafen und die Alster – wunderbar.

Nach knapp 30 Minuten kam uns der Flughafen Fuhlsbüttel entgegen; die Landung war butterweich. Wir hatten dann noch rund 15 Minuten zur freien Verfügung, ehe wir mit dem Shuttlebus abgeholt wurden.

Ein fantastisches Erlebnis! Ich werde es in 2011 wieder machen, sofern die Maschine dann noch flugtauglich ist!

2 Kommentare

  1. […] This post was mentioned on Twitter by Michael Krämer, Marc Thomalla. Marc Thomalla said: Ich hatte ein Date mit der Tante Ju 52 – ein geniales Erlebnis (Bilder + Text): http://wp.me/p5a7C-2E […]

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  2. Ich bin 2010 ebenfalls mit der Tante Ju geflogen. Allerdings in Mönchengladbach. Ein unvergessliches Erlebnis, dass ich auf jeden Fall nochmal wiederholen will!
    http://www.mielke.de/blog/Mein-Rundflug-mit-der-Ju-52-Tante-Ju-Ein-Bericht–262/

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