Das MBP – leider nicht in allen Bereichen „Pro“

Seit Ende Juni 2010 nutze ich ein Macbook Pro. Vorher ausschließlich Windows Rechner und Laptops. Aber bedingt durch meinen Jobwechsel und die mir überlassene Wahl der Hardware habe ich nach kurzer Twitter-Umfrage zum Macbook Pro (MBP) gegriffen. Es hieß, dass ich nach einer Woche permanenter Nutztung ohne Windows damit perfekt arbeiten könne – ich habe es geglaubt und will mittlerweile nie wieder einen Laptop mit Windows haben. Dazu aber später mehr.

Vorab einmal die wichtigsten technischen Details meines MBP (es gibt verschiedene Ausstattungen und Zoll-Größen):

==Technik inside==

* 13,3″ MBP (33.8 cm Bildschirmdiagonale)

* 1280 x 800 (WXGA)

* LED-Hintergrundbeleuchtung, Display glänzend

* Stereo-Lautsprecher, drahtlose LAN-Antenne, Bluetooth-Antenne

* 32,5cm lang, 22,7cm breit, 2,4cm hoch, 2kg Gewicht

* Intel Core 2 Duo 2.4 GHz Dual Core

* Datenbus mit 1066 MHz

* L2 Cache mit 3MB

* 4GB (2×2 GB) DDR3-SDRAM (8GB maximal)

* Festplatte: 250 GB – Serial ATA-150 – 5400 rpm

* Laufwerk: DVD±RW (±R DL) – integriert (Lesen: 24x (CD) / 8x (DVD) ## Schreiben: 24x (CD) / 8x (DVD±R) / 4x (DVD±R DL) ## Wiederbeschreibbare Medien: 10x (CD) / 4x (DVD±RW))

* SD Kartenleser

* Grafik: NVIDIA GeForce GT 320M Shared Video Memory (UMA), 256MB shared

* Soundkarte, Mikrofon und Webcam integriert

* Trackpad, Tastatur mit Hintergrundbeleuchtung

* Multitouch-Touchpad

* Netzwerkkarte, WLAN Unterstützung

* Data Link Pool: Ethernet, Fast Ethernet, Gigabit Ethernet, IEEE 802.11b, IEEE 802.11a, IEEE 802.11g, IEEE 802.11n, Bluetooth 2.1 EDR

* Produktzertifizierungen: IEEE 802.11b, IEEE 802.11a, IEEE 802.11g, IEEE 802.11n, Bluetooth 2.1

* Schnittstellen: 1 x Netzwerk – Ethernet 10Base-T/100Base-TX/1000Base-T – RJ-45 1 x IEEE 1394b (FireWire 800) – 9 PIN FireWire 800 2 x Hi-Speed USB – USB Typ A, 4-polig 1 x Display / Video – Apple Mini-DisplayPort 1 x Audio – SPDIF-Ausgang/Kopfhörer – Mini-Phone 3,5 mm / TOS Link

* Besonderheiten: Umgebungslichtsensor, Aluminiumgehäuse

* Akku: Lithium-Polymer mit 10 Stunden maximaler Laufzeit

* Betriebssystem Standard: Apple MacOS X 10.6 (Snow Leopard)

==Lieferumfang==

Im flachen Karton werden mitgeliefert: MBP, Netzteil, Adapter fürs Ausland (UK nur, glaub ich), Anleitung, Software auf CD

Es fehlen leider eine Schutztasche und ein Reinigungstuch für’s Display, das wäre klasse gewesen.

Als Schutztasche habe ich mir dann selber eine von Crumpler zugelegt + ein Brillenputztuch.

==Ersteinrichtung==

Als Mac-Laie wie ich einer war empfiehlt es sich, sich vor dem großen Herumprobieren im Internet oder bei Bekannten schlau zu machen, welche Art von Software man sich installieren sollte für den ersten Start. Ich hab dies via Twitter gemacht und konnte dann relativ entspannt loslegen, nachdem ich herausgefunden hatte, wie sich Programme installieren lassen; das ist alles komplett anders als mit einem Windows Explorer.

Für die Ersteinrichtung empfehle ich:

– Chrome als Browser (extremst schnell)

– Thunderbird als Mailprogramm oder Mail selber (Mail nutze ich beruflich, Thunderbird privat)

– OpenOffice bzw. Office für Mac

– Smultron (genialer Texteditor)

– Skype

– Jing (ideal für Screenshots oder Screencasts)

– Trillian (Instant Messenger Client)

– AppCleaner (um App-Müll zu entfernen, sehr einfach zu bedienen)

– Cyberduck (FTP)

– Dropbox (Online Speicher)

– TweetDeck als Twitter-Client, wobei die Load damit teilweise recht hoch ist

==Das tägliche Arbeiten==

Ich nutze das MBP nun 5 Monate, davon mindestens 5x die Woche für jeweils 8-10 Stunden, manchmal auch mehr. Ich denke, das wird für genügend Erfahrungswerte reichen….

Fangen wir mit der Akkulaufzeit an. Die wird mit um und bei 10 Stunden angegeben. Dies ist aber wirklich wohl nur ein Wert, wenn das Display komplett abgedunkelt ist und man lediglich Texte schreibt ohne Internetverbindung 😉 Wenn ich das MBP wirklich nicht an die Steckdose hänge, komme ich beim normalen Arbeiten von Zuhause mit WLAN und VPN-Verbindung auf ca. 4-5 Stunden Laufzeit, ehe die Akkuanzeige sich rot färbt und man demnächst eine Steckdose finden sollte. Wenn ich VPN weg lassen, ist die Laufzeit im WLAN bei rund 6 Stunden, mit UMTS-Stick unterwegs (teilweise VPN) liegt man auch bei etwa 4-5 Stunden, je nach effektiver Auslastung.

Von der Laufzeit bin ich begeistert, meine anderen Laptops vorher waren deutlich weniger leistungsbereit.

Das Ein- und Ausschalten ist dann schon eher lang. Das Hochfahren an sich (von wirklich AUS bis betriebsbereit) dauert bei mir mittlerweile um die 40-50 Sekunden. Das Ausschalten circa 10-15 Sekunden. Ich habe mir angewöhnt, nur noch „Klappe zu“ zu machen. Das kostet über Nacht etwa 5-8% des Akkus. Da jedoch kein Lüfter blockiert wird (#ilike), wandert das MBP nach Nutzung in meiner Crumpler-Tasche und wird eigentlich nur ausgeschaltet wenn ich mir sicher bin, es nicht mehr binnen 24 Stunden zu benutzen oder wenn ein Neustart aufgrund von Updates nötig ist.

Bildschirm, Tastatur und Trackpad sind toll. Ich mag den Druckpunkt der Tastatur, wobei ich Stimmen von anderen gehört habe, der Druckpunkt wäre zu groß. Ich mag’s zumindest. Das Display ist leider spiegelnd, was in der Tat eine teils nervige Sache ist bei Sonneneinstrahlung oder zu starken Lichtquellen. Die Anti-Glare-Folie habe ich als erstes damals abgemacht, damit sah das Bild zu matschig aus. Habe mittlerweile eine harte Folie bekommen, die ich aber noch testen muss (zu faul bisher gewesen). Dafür ist das Display angenehm scharf, passt sich gut der Umgebungshelligkeit an, ebenso die dann teilweise beleuchtete Tastatur. Das Trackpad als Mausersatz finde ich gelungen, ein Rechtsklick ist im Setup einstellbar. Allerdings bin ich nach kurzer Zeit der Magic Mouse verfallen, sodass ich das Trackpad nur dann einsetze, wenn für die Maus kein Platz ist oder aber es eine kurze Nutzung wird – dann mache ich nicht extra Bluetooth an (was natürlich dann den Akku schont).

Ansonsten sei noch die gute Bedienung zu erwähnen. Ich war wirklich reiner Windows-Nutzer vor diesem MBP und ich möchte mittlerweile kein Windows mehr haben. Das sehe ich öfter mal am Dell-Laptop meiner Frau. Kann es eine bessere Werbung für Apple geben?

==Nachteile bei diesem MBP==

Die Arbeitsgeschwindigkeit ist mit „echter“ Festplatte teils etwas langsam. Vor allem wenn man wie ich beruflich noch ab und an Windows braucht und auf Parallels setzt, kommt es ab und an zu Hängern, ebenso bei größeren Excel-Sheets. Okay, richtig abgestürzt ist mir der Mac erst 2 Mal, aber Programme dann schon des öfteren mal. Leider wird es für mich wohl keine SSD geben, weswegen ich wohl damit leben muss.

Die Anschlüsse und der Sound – das sind die größten Mankos meiner Ansicht nach. Okay, der Sound mag zu vernachlässigen sein, möchte aber dennoch erwähnen, dass ich ihn recht blechern finde und unausgewogen. Wenn ich im ICE mal alleine im Abteil sitze, mache ich mir gern Musik an oder auch mal einen Film. Dann lasse ich eben gern die Ohrhörer weg. Und da merkt man halt, dass das MBP nicht gerade eine „Soundmachine“ ist.

Schlimmer und der in meinen Augen schlimmste Punkt: Die Abstände der USB-Anschlüsse. Die liegen so dicht beeinander, dass ich zum Beispiel nur meinen UMTS-Stick nutzen kann und der Port daneben dann unbenutzbar ist. Gleiches gilt für einen normalen USB-Stick. Dann ist’s vorbei mit Port 2. Nur wenn man das Apple-typische Kabel benutzt (zum Beispiel zum Laden des iPhones oder zum Anschluss einer externen Tastatur) bleibt genügend Platz. Alternativ muss man einen USB-Hub anschließen. Und genau DAS möchte ich eigentlich nicht, schleppe eh schon genug mit mir rum. Das war auch einer der Gründe, die Magic Mouse mit Bluetooth zu nutzen, denn einen USB-Port für die Maus her geben konnte ich nicht, sonst wäre ich offline (weil: UMTS-Stick passt dann ja nicht mehr).

Ansonsten wäre ein Bluray-Laufwerk nett, aber das ist jetzt nicht so der Nachteil, eher ein geheimer Wunsch 😉

==Sinnvolles Zubehör==

Neben einer Bluetooth-Maus (wenn das Trackpad nicht reicht) empfehle ich ein Schutzflies, wenn das MBP gechlossen ist. Die Tasten der Tastatur sind recht hoch, was zu Abdrücken (!) auf dem Display führt. Ich habe vorerst ein Brillenputztuch dabei, um das Display regelmäßig abzuwischen, aber nervig ist dies schon. Ohnehin ist das MBP ziemlich anfällig für Verschmutzung.

Als letzten Punkt hätte ich noch die doch recht scharfen Kanten des Gehäuses. Wenn man die Arme auflegt und keinen Pullover trägt, schrammen die Kanten doch recht unangenehm an den Handgelenken, sofern man nicht lange Finger hat und das 10-Finger-System beherrscht.

==FAZIT==

Was soll ich sagen? Manchmal wünsche ich mir ein 15″ Display, ein Bluray-Laufwerk, eine SSD mit 250GB und 4 USB-Ports (2 links und 2 hinten oder so, mit genügend Abstand) sowie weichere Kanten. Der Sound ist eigentlich egal.

Ansonsten bin ich aber sehr zufrieden; die 13,3″ sind ideal zum reisen oder bei Kunden, die Handhabung ist denkbar leicht wenn man sich 1-2 Wochen intensiv als Windoofer mit dem MBP beschäftigt und eine lange Laufzeit mit scharfer Grafik hat es auch.

Ich würd’s wieder kaufen, bzw. auswählen.

2 Kommentare

  1. Ich kann Deine Erfahrungen nur unterschreiben. Ich habe früher als Pressefotograf viele Jahre mit einem Mac gearbeitet und habe jetzt seit ca. zwei Monaten endlich wieder einen (MBP 15″).
    Der Klang ist scheusslich, die Laufzeit des Akkus spitzenmässig – kein Vergleich mit meinen anderen Notebooks. Nur empfinde ich zwei USB-Anschlüsse schon als Frechheit für ein Gerät, das eigentlich für den professionellen Einsatz konzipert ist.

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