Print stirbt – zumindest bei mir!

Oder: Wer Print kauft ist zu faul zum suchen!

Heute Morgen war ich wieder einmal auf dem Weg nach Berlin – ich hatte noch genügend Zeit, weswegen ich am Bahnhof Altona nochmal durch den Zeitschriftenladen stöbern konnte. Ich mag das ja gerne… so viele Titel mit interessanten Themen, ich könnte sofort 10 Hefte auswählen, die ich im Zug verschlingen würde. Dann kommt der Blick auf den Preis – und das Magazin liegt wieder im Regal. 20 DM (10 Euro) für ein Magazin, welches Themen behandelt wie „Diese Apps brauchen Sie!“ oder „So holen Sie mehr Power aus Ihrem Macbook Pro!“? Will mich die Industrie verarschen?

Ganz ehrlich: Wenn man nicht der digitale Voll-Native ist, ist der Preis für so ein Magazin ein Schlag ins Gesicht für den Käufer. Zuletzt hatte ich vor allem oft Magazine (klingt nobler als Hefte) aus dem Bereich „Digitale Fotografie“ sowie „Mac“ in der Hand. Auch „iPhone“ Magazine habe ich eigentlich immer gern mal durchgeblättert; ab und an habe ich da doch den einen oder anderen Tipp für ein Produkt gefunden, welches ich mir vielleicht kaufen würde.

Aber je länger ich darüber nachgedacht habe und mal die Seiten rausriss, die ich wirklich nochmal später „nachlesen“ möchte, so blieben immer nur 3-4 Seiten über. App-Tipps, Benchmark-Tipps, Kauftipps. Aber hatte das einen Preis von 5,99 Euro oder sogar 9,95 Euro gerechtfertigt? Hätte ich die Infos nicht auch schneller und vor allem kostenlos über Foren, Google oder Bekannte (auch via Twitter und Facebook) bekommen?

Ich liebe Magazine – aber ich habe mir angewöhnt, bestimmte Sachen, die ich auf einem Magazin ansprechen mit dem iPhone zu fotografieren oder ggf. kurz reinzublättern und dann später selber zu recherchieren. Dadurch hatte ich letztens noch einige andere interessante Dinge gefunden, die ich nur durch Print nicht bemerkt hätte. Auf der einen Seite ärgert es mich schon, dass ich mir den „Luxus“ nicht mehr gönne (n will), andererseits spare ich so gutes Geld, was ich dann spätestens im ICE, wenn ich mein Macbook Pro mit UMTS-Stick online habe, erfreut zur Kenntnis nehme und wieder einmal der Meinung bin: Was soll ich mit einer CD auf dem Heft, wenn mich das Heft damit gleich x Euro mehr kostet? Von bisher 4-5 CDs auf Mac-Zeitungen (Magazine, sorry!) habe ich kein (!) Tool gebraucht oder es hat sich als unbrauchbar erwiesen.

Ich bleibe dabei: Liegt so ein Heft bei Verwandten, Freunden oder Bekannten rum lese ich es sicher gern, aber die Industrie wird mein Geld nicht mehr bekommen! Eat this!

2 Kommentare

  1. Ich finde es total schade, dass die guten alten Bücher und Zeitschriften immer mehr von ebooks abgelöst werden. Ich persönlich halte meine Lektüre lieber in den Händen und blätter darin herum als auf einen Bildschirm zu gucken. Aber bei den Preisen hat man ja manchmal gar keine Wahl mehr…

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  2. Es gibt tatsächlich noch Leute, die „ihre Magazine gerne in der Hand haben“. Nur ist das vollkommen irrelevant, weil die heranwachsenden Generationen darauf sch…… Das sollten auch einige Herren in den Verlagshäusern zur Kenntnis nehmen. Dieses „Print wirkt“-Mantra wird auch keine Veränderung herbei führen. Print in der heutigen Form wird tot sein. Spätestens, wenn sich die e-paper-Formate bei einer vernünftigen Darreichungsform eingependelt haben. Diese werden aber zukünftig nicht mehr von den Top-5 Verlagen mit Content versorgt, sondern von kleinen Teams, die sich Spezialthemen annehmen. Lohnenswert ob der Detailtiefe für die Leser, finanziell interessanter für die Urheber.

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