Tschüs, Atomstrom. Ich bin nun ein Öko!

Die Geschichte vom Ökostrom ist eine Geschichte voller Missverständnisse!

So oder so ähnlich kann es heißen, wenn man sich als „Laie“ mit dem Thema Strom und deren Herkunft beschäftigt. Seit Monaten schiebe ich es mit mir herum: Wechsel ich zu einem „Ökostrom-Anbieter“ oder bleibe ich bei Vattenfall Hamburg? Wieso auch wechseln, gibt ja eh keinen Unterschied. FALSCH GEDACHT.

Nach der tragischen Katastrophe in Japan habe ich mich tagelang wirklich intensivst mit dem Thema Atomkraft auseinander gesetzt, Artikel von vor Jahren bis aktuelle Artikel gelesen, die Aussagen der Kernkraftbetreiber, die nebenher noch „Ökostrom“ anbieten. Und ich sage euch: Es hat mich sowas von angekotzt, dass ich mir spontan fürs Auto „Atomkraft? Nein Danke!“ Aufkleber gekauft habe und auch welche für meine Scheibe Zuhause. Und ich habe mich nun endlich zu einem Wechsel zu einem „wirklichen“ Ökostrom-Anbieter durchgerungen – und war mehr als überrascht als ich sah, dass das nicht mehr kostet als mein bisheriger Atom-Mix-Strom von Vattenfall.

Wo die Unterschiede liegen, was was kostet und wie einfach der Wechsel auch für dich ist – jetzt in meinem Blog.

Vielleicht erst einmal zum Unterschied (vereinfacht) zwischen Mixstrom, „Ökostrom“ der Großkonzerne wie Vattenfall, E.ON usw. sowie den „glorreichen 4“, die wirklich Ökostrom anbieten.Mixstrom bekommen wohl die meisten Stromempfänger. Hierbei handelt es sich um Strom, welcher durch verschiedene Quellen erzeugt wurde. So zum Beispiel durch Kohlekraftwerke, natürlich auch durch Wind- oder Wasserkraftwerke und eben durch Atomkraftwerke. Dieser Mixstrom kommt fast immer aus Deutschland, seltener aus dem Ausland. Ökostrom von den Großkonzernen kann durchaus dann nur Wind- oder Wasserkraft enthalten, nebenher wird aber weiterhin Atomstrom angeboten oder -wenn die Kapazitäten von Wind- oder Wasserkraft nicht ausreichen- eben auf Reserven zurückgreifen. Kohle. Atom.Der echte Ökostrom kommt leider größenteils noch aus dem Ausland. Norwegen, Österreich und Umgebung. Der Grund ist einfach: Die bisher errichteten Kraftwerke (Wasser, Wind, erneuerbare Energien usw.) reichen noch nicht aus, um die BRD damit sicher zu speisen. Diese 4 Anbieter haben aber einen Auftrag: Sie müssen Kraftwerke errichten, dafür sorgen, dass Strom auf Ökobasis erzeugt wird.

Diese 4 „reinen“ Anbieter, wie ich sie einmal nennen möchte, wären:

  • Greenpeace Energy
  • Naturstrom
  • Lichtblick
  • EWS Schönau

Wichtig ist, dass die Anbieter entweder das „Grüner Strom Label“ oder das „OK-Power Zertifikat“ ihr Eigen nennen dürfen. Denn nur wer eines der beiden Merkmale hat, hat auch zu 100% Ökostrom, ohne Wenn und Aber.

Preislich lohnt sich hier durchaus ein Vergleich; das machen alle 4 Anbieter super einfach. Wer seinen Jahresverbrauch bereits kennt, kann diesen eintragen, bekommt den Grundpreis und den Preis pro kw/h ausgeworfen. Ansonsten kann man teils Symbole anklicken und die Familiengröße zu simulieren und so ungefähr zu schauen, wieviel man verbrauchen wird (sind natürlich Schätzwerte; wer noch die fette Gefriertruhe aus 1990 im Keller stehen hat, daneben den Trocker aus 2001 und daneben dann direkt noch die gute alte Waschmaschine von vor 15 Jahren wird unter Umständen „etwas“ mehr verbrauchen). Ich weiss von mir, dass ich mit meiner 4-köpfigen Familie bei ca. 4.000 kw/h im Jahr liege. Ggf etwas mehr. Bei Vattenfall zahle ich dafür einen monatlichen Abschlag von 75 Euro. Und das erschien mir günstig – da kann doch keiner der 4 genannten Anbieter mithalten.

FALSCH!

Ich war überrascht, dass man preislich auf einen ähnlichen bis gleichen Preis kommt.Am Teuersten war bei mir Greenpeace mit etwa 84 Euro / Monat. Also 9 Euro mehr als bei Vattenfall. Greenpeace ist, zumindest vom Namen her, der bekannteste Anbieter und hat dadurch sicherlich einen kleinen Bonus.
Ich kenne aber auch Lichtblick, sitzen auch in Hamburg. Allerdings habe ich Feedback von Bekannten bekommen, dass der Service dort im Problemfall eher schlecht als recht ist. Also weiter geschaut.
EWS Schönau – klingt gut, ist preislich sehr nah an Vattenfall dran. Aber im Süden der Republik? Und irgendwie mir vorher gänzlich unbekannt.

Bleibt Naturstrom. Klingt auch eher nach Wald- und Wiesenanbieter, sitzt aber in Düsseldorf und macht webseitentechnisch schon mal einen guten Eindruck. Und dann die Überraschung: GÜNSTIG. Ich zahle dort im Monat dann nur 77 Euro. 2 Euro mehr als bei Vattenfall, dafür mehrfach ausgezeichnet, u. a. von Ökotest sowie mit dem sehr wichtigen „Grüner Strom Label“.

Ohne Werbung machen zu wollen glaube ich, dass man bei Naturstrom derzeit am Besten aufgehoben ist.21,25 Cent/kWh + 7,95 Euro monatlicher Grundpreis, und das obwohl Naturstrom mit 1,25 Cent pro Kilowattstunde den Ausbau regenerativer Energien fördert – so viel wie kein anderer unabhängiger Stromanbieter. Auf Wunsch kann man den Betrag durch Häkchensetzen bei der Anmeldung auch verdoppeln.
Naturstrom’s Vorteile einmal kurz zusammengefasst:

  • 100% erneuerbare Energien
  • Höchste Neuanlagenförderung
  • Überwiegend deutscher Strom
  • Testsieger bei Stiftung Warentest
  • Testsieger bei Öko-Test
  • Grüner Strom Label in Gold
  • Preisgarantie bis 31.12.2011
  • Keine Mindestvertragslaufzeit
  • Keine RECS-Zertifikate
  • Keine Verflechtung mit Konzernen

Auch wenn noch viel aus dem Ausland kommt und viele sicher sagen „Das bringt doch nichts, ändert sich eh nichts!“ – wenn das jeder so sehen würde, wird sich auch nichts ändern. Also habe ich mich für den Schritt entschieden, glaube daran und werde das auch weiterhin stark beobachten.

Und ihr? Wechselt ihr? Oder seid ihr schon bei einem der 4 genannten Anbieter?

3 Kommentare

  1. Hi Marc,

    Glückwunsch zum Wechsel .. aber wieso hast du dich denn nun nicht von mir werben lassen? Hast du dich von jmd. anders werben lassen? (dann OK ;))

    Gruß
    lammy (schon länger bei Naturstrom)

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  2. Oh… verpennt.
    Das geht aber auch nachträglich; DM`me ™ mir mal deine Kundennummer und Anschrift usw., ich kümmer mich dann drum. Habe noch gar keine Bestätigung von denen bekommen, also kriege ich das sicherlich noch hin.

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  3. ohne grundlegende Änderungen in der Politik wird man auch mit einem Wechsel kaum etwas ausrichten können. Das Problem muss an der Wurzel angepackt werden.

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