Tipps, um im ICE-Abteil alleine zu sitzen

ICE fahren ist praktisch. Man kann (mehr oder weniger, je nach Netzverbindung) in Ruhe arbeiten, eine DVD schauen, schlafen oder einfach nur ein wenig relaxen. Ich persönlich reserviere mir immer einen Sitzplatz, wenn ich nach Berlin oder zurück nach Hamburg fahre – und am genialsten ist es, wenn ich ein Abteil (6 Sitzplätze) für mich alleine habe. Musik laut (bzw. DVD laut), keine blöden Kopfhörer nötig, Füße hochlegen, in Ruhe telefonieren können und nicht schnarchende Business-Kasper neben einem ertragen müssen. Nach so vielen Fahrten, die ich nun hinter mir habe, konnte ich ein kleines Konzept entwickeln, wie die Chancen beträchtlich steigen, ein Abteil entweder für sich allein zu haben oder wenigstens nicht so überfüllt sitzen zu müssen wie im Viehwagen. Diese möchte ich gern mit euch sharen 🙂

1. Verwandle das Abteil in einen Darkroom!

Das geht natürlich am Besten, wenn es draußen noch dunkel ist; alternativ Rollo runter. Dann entweder nur einen Spot (kleines Halogenlicht, pro Sitzplatz eines) anmachen und „dösen“, bis man auf freier Fahrt ist oder -wenn das Rollo oben bleiben kann weil dunkel draußen- ebenfalls das Hauptlicht aus machen und Laptop raus. Dann am besten noch eine Maus und was zu trinken auf den Tisch, dann hat die nächste Person wenig Platz und ist meist zu schüchtern, nach Platz zu fragen.

2. Sei fett!

Du hast reserviert, als einziger. Die anderen 5 Plätze sind frei. Du setzt dich gegenüber deines Sitzplatzes hin, somit sind 2 Plätze schon mal belegt. Ich sitze immer am Fenster, habe somit den Tisch schonmal quasi für mich alleine. Dann rechts auf den Mittelsitz neben mir die Tasche oder den Koffer abstellen. 3 Plätze belegt. Dann Ohrhörer in die Ohren (bis man wirklich sicher ist, alleine zu sein, dann wieder raus damit) und beschäftigt tun. Kaum einer wird fragen, ob er da sitzen dürfe. Ausnahme: Der Zug ist echt voll. Dann will keiner 1,5 Stunden stehen, wenn es nicht unbedingt sein muss.

3. Sei laut!

Telefonieren auf dem Weg nach Berlin oder zurück – am besten schon im Abteil stehen und ein wenig hin und her wippen, etwas lauter telefonieren. Bisher ist da keiner bei mir mit zugestiegen, wenn er/sie nicht selber reserviert hat.

4. Sei ein Bazillenmutterschiff!

Du hast leichten Schnupfen, nicht so schlimm, dass du das Bett hüten müsstest? Das wissen die anderen ja nicht. Lass deinen Schal um (im Sommer etwas unpraktisch…), leg die Taschentücher, die Nasentropfen und Halsbonbons demonstrativ auf deinen Tisch (der ja dein Reich ist, siehe oben), ein wenig Hüsteln wenn Leute in den ICE einsteigen – wer setzt sich schon gern gesund in ein Wartezimmer vom Arzt? Eben.

5. Wenn alles nichts hilft: Studiere die Leute!

Ich habe schon die wildesten Dinge erlebt, weil ich eben NICHT alleine im Abteil saß. Klar, alleine ist mir lieber, aber manchmal ist es auch echt witzig mitzubekommen, was die Leute so am Telefon erzählen (ich habe ja Ohrhörer drin; dass diese auf stumm stehen wissen die anderen ja nicht :-)). Von 2 Mädels, die beim Casting von GNTM (googelt selber) waren, eine alte Frau (sicher 60), die ihre Praktikantin am Telefon zur Sau macht, einem Immobilienhändler, der ein Kinderheim kaufen will um daraus ein Geschäftsgebäude zu machen (da hätte ich aber fast was gesagt…) oder einem Pärchen, welches ich später beim Sex auf der Toilette erwischt hatte.

Jeder muss für sich selbst wissen, ob er alleine oder lieber unter Leuten ist – wenn ich die Wahl habe, bin ich aber lieber für mich.

Enjoy your next trip and sänk ju foa träwellink wis Deutsche Bahn!

4 Kommentare

  1. Sehr gut 🙂

    Da ich ja nur München-Hamburg fahre, die frage: Hat ein Abteil auch eine Steckdose?

    Fahre bis jetzt nur Großraum, auch wenn es dort für mich manchmal eng wird…

    Ich denke du hast dann doch sicherlich auch mal Erfahrung mit Kindern gemacht – aber davon hast du ja selber welche, also von daher nicht ganz so schlimm

    Gruß,
    Jonas

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  2. 6 Steckdosen… pro Sitz eine.

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  3. Das mit dem Licht kann ich aus eigener Erfahrung bestätigen. Kombiniert mit Schnupfen sicherlich ein Volltreffer. Fahre aber mittlerweile lieber unter Leuten um tatsächlich meine Beobachtungen zu machen. Teilweise interessanter als ein Film.

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  4. Fabian · ·

    Was mir gerade noch zu Punkt 4 eingefallen ist: Man sollte sich eine Atemschutzmaske besorgen, sodass man aussieht, als ob man iwas gefährliches Ansteckendes hat! Weil jeder, auch ich guckt erst mal in ein Abteil rein und mustert die Leute, die da schon drin sitzen, ob man es mit denen aushält oder ob es doch eine unangenehme Atmosphäre ist.
    Dann noch Mediakamente, Nasenspray auf den Tisch und es ist perfekt.

    Falls man kein Geld für die Fahrkarte haben sollte, könnte man mithilfe der Maske und hektischen Gestikulierungen dem Schaffner auch deutlich machen, dass er sich nicht nähern sollte..Vllt hat man ja Glück und der haut gleich wieder ab…aber da müsste man das echt sehr gut dramatisieren können.

    Danke, das du deine Gedanken mit der Netzgemeinde geteilt hast! 🙂

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