Das langsame Sterben von Groupon und Co.

Groupon und DailyDeal – diese beiden Dienste hatte ich vor langem mal genutzt, um Kinogutscheine zu erwerben oder Preisnachlässe bei Starbucks. Dann verschwanden die Anbieter bei mir im Nirvana, bis sie vor einigen Wochen ein Comeback feiern durften. IKEA war der Auslöser mit einem in meinen Augen netten Gutschein. Und so kam es, dass ich fast täglich wieder bei den beiden Anbietern vorbei schaute und auch fleissig eingekauft habe. Zuhause liegen Gutscheine für Kinobesuche, für Frühstück Sessions, Abendessen oder Autoinspektionen. Und genau heute habe ich gemerkt, dass ich die Gutscheine nicht genau genug abwäge. Brauche ich sie? Nutze ich sie? Bin ich nicht zu vorschnell? Was soll ich sagen. Mein Gutschein in Höhe von 69 Euro bei PIT STOP habe ich mit 29 Euro bezahlt. Dieser Gutschein läuft in 2 Tagen ab. Und? Nicht genutzt. Der nächste Gutschein (Frühstück in einem Café in Hamburg-Alsterdorf) gilt noch bis 31.10. – seit Wochen (!) nehme ich mir vor, dort endlich einen Termin zu machen. Wird auch dieser Gutschein verfallen?

Generell vergeht wohl vielen Nutzern derzeit die Lust auf Couponing a’a Groupon. Beim Magazin „Business Insider“ habe ich eine Grafik gefunden die zeigt, dass fast 60% nach einem Kauf bei Groupon diesen Dienst nicht erneut in Anspruch nehmen wollen. Und es werden mehr! Viele in meinem Bekanntenkreis haben bei Facebook und Co. regelmäßig Angebote von den Dienstleistern geteilt. Und nun? Seit Wochen ist es ruhig. Wieso? Wieso hat das fast von heute auf morgen abgeebbt? Ich selber habe auch gerne mal Links verteilt zu tollen Angeboten (in meinen Augen zumindest). Ich habe damit (wenn alle gelesen haben) über 2.000 Menschen erreicht. Und? Nix. Keiner von den Personen hat über meinen Link einen Deal abgeschlossen.

Und so war ich einer von vielen, die aufgehört haben, Propaganda für Groupon und Co. zu betreiben. Nervige Newsletter wurden abbestellt, das tägliche Einloggen wurde bisher auf 1-2x die Woche reduziert und wird, davon gehe ich aus, in den nächsten Wochen gar nicht mehr auf der ToDo Liste stehen. iBusinesshat eine Studie durchleuchtet, die ähnliche Trends zeigt. Dabei sieht die Studie, die von Groupon selbst in Auftrag gegeben wurde, gar nicht mal so schlecht aus:

  • Durchschnittlich wurden Rabatte zwischen 50 und 75 Prozent angeboten (mehr als 70 Prozent der Befragten)
  • Groupon erhielt 25 bis 50 Prozent (55 Prozent der Fälle) beziehungsweise 50 bis 70 Prozent (45 Prozent der Fälle) des Gutscheinwerts als Provision
  • Die meisten Unternehmen sagten, dass nur eine handvoll Kunden als Stammkunden gewonnen werden konnten. Die meisten Groupon-Endverbraucher seien Schnäppchenjäger
  • Die Hälfte der Befragten sagte, sie würde anderen Kleinunternehmen eine Couponing-Aktion nicht weiter empfehlen

Für das Geschäftsmodell „Couponing als Dienstleistung“ sind die Ergebnisse der Studie noch dramatischer als für „Couponing als Marketing-Tool“. Nur mit deutlich niedrigeren Provisionen scheint sich das Modell zu rechnen – dies bedeutet aber, dass die Investorenträume in die Gelddruckmaschine Groupon auf Sand gebaut sind.

Während ich diesen Artikel verfasse, habe ich via Google+ erfahren, dass Groupon mit Foursquare einen Deal eingegangen ist. Kanadische und amerikanische Foursquare-User können sich nun im Explore-Bereich mit Deals beglücken lassen. Und da wundert sich einer, dass die Amis Pleite sind…

In diesem Sinne – schönes Wochenende!

3 Kommentare

  1. Also ich nutze den City Deal noch. Lese fast täglich die Angebote. Habe auch noch nie etwas gekauft, dass ich dann nicht genutzt hätte. Allerdings wäge ich vor Kauf genau ab, ob ich das wirklich brauche. Schaue auch, bis wann der Gutschein gilt. Schwierigkeiten, den Gutschein einzulösen, hatte ich bisher nur mit einem geschenkten

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  2. Stimmt.

    Und man muß nachrechnen: Habe einen Gutschein für eine „Luxus Autowäsche“ gekauft — und später dann gemerkt, daß dieser Gutschein im Auto-Anzeigenteil der örtlichen Presse kostenlos zum Ausschneiden angeboten wird (allerdings auf eine „happy hour“ eingeschränkt).

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  3. http://www.businessinsider.com/groupon-survey-results-2011-7

    Interessant, allerdings ist die Grafik und der ganze Artikel auf B2B, statt B2C ausgerichtet.
    Mit Customer sind in diesem Fall wohl Groupon Unternehmen gemeint.

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