Wieso ich in Hamburg beschimpft wurde, weil ich einen HVV Bus fotografierte

 Die Hamburger Verkehrsverbund GmbH, kurz HVV, hat derzeit einige Busse mit besonderem Motiv im Einsatz: Der ganze Bus wurde vom Tierpark Hagenbeck gebrandet. Passend dazu hat das Linder Park-Hotel Hagenbeck auf Facebook eine Aktion ins Leben gerufen. Man soll den Bus, wenn man ihn sieht, fotografieren und auf deren Fanpage hochladen (bisher über 2.300 Fans). Mit Glück kann man dann was gewinnen – da ich wirklich fast täglich solche Busse sehe mache ich hier gern mit, zumal ich das Hotel wirklich schön finde (mein Bruder hatte dort vor 2 Wochen auch standesamtlich geheiratet; die 90m² Suite kann ich euch sehr empfehlen…).

Dieses Foto habe ich heute Morgen, 08:38 Uhr am Gänsemarkt aufgenommen:

Busnummer 7504, HH-HN-2574. 08:38 Uhr, 5er Linie bis Nedderfeld

Ich wollte gerade entspannt und glücklich, wieder einen Bus erwischt zu haben (erst gestern Abend an gleicher Stelle den identischen Bus, nur anderes Kennzeichen) zur Arbeit schlendern, da wurde ich aus dem Bus unwirsch angefahren. „Du (!) hast gefälligst zu fragen, bevor du den Bus fotografierst!“ – Ich: „?“. Nach kurzem Überlegen, ob ich einfach weitergehe oder ein wenig diskutiere (ich kenne mich mit Fotorecht aus, betreibe seit 2003 den DigicamClub und meiner Kenntnis nach hat der HVV in den AGB nicht verboten, Busse zu fotografieren). Ich entschied mich für die Diskussion, auch wenn man mit älteren Leuten (Fahrer war sicher Ende 50, eher älter) besser nicht diskutieren sollte.

Ich zeigte ihm also das Foto. Er: „Das will ich nicht sehen. Du Spinner (!) hast zu fragen!“ – Ich: „Nein, ich muss nicht fragen, wenn ich nicht direkt Sie, sondern den Bus ablichte!“ – Er: „Doch, du hast zu fragen und nun raus aus meinem Bus!“ – Ich: „Alles klar, das kläre ich dann anderweitig!“ – und da gingen die Türen zu und ich hörte meiner Ansicht nach ein „Verpiss dich!“ und bin dennoch höflich gegangen, obwohl ich genauso gern den Typen genommen und durch den Bus befördert hätte. Kopf voran. Aber ich bin ja friedliebend und habe mir dann direkt vom HVV die Nummer des Beschwerdemanagements geben lassen. Es ist die 040 / 3288 2723. Dort sprach ich auf den AB und bat um Rückruf, da ich so vielleicht nicht unbedingt den Fahrer wegen Beleidigung anzeigen muss.

Ich rief dann nochmal beim HVV an, weil mir das Thema unter den Nägeln brannte. Thema geschildert, von Anzeige geredet (ich) und es dann erstmal dabei belassen, dass der Fahrer auf dem Busbahnhof zum Gruppenleiter muss, damit er mal kapiert, wie er mit Fahrgästen und Passanten, auch im gesetzten Alter, umzugehen hat. Danach ruft mich der HVV wieder an – ich werde dann berichten.

Sauer! Und enttäuscht! Hoffentlich werde ich nie so im Alter!

– ENDE –

Update 1: Die MOPO möchte mit mir heute noch telefonieren!

Update 2: Verallgemeinernde Überschrift in „Ich-Form“ abgewandelt. Ich bin mit Sicherheit hier eine Ausnahme. Ganz sicher. #not

Update 3: Die MOPO hat nun angerufen. Sie machen einen Artikel drüber, rufen auch jetzt beim HVV an. Ich sollte einmal die Fotos zeigen, die ich bisher aufgenommen und auf der Lindner-Fanpage gepostet habe. Diese findet ihr nun hier:

Diese Diashow benötigt JavaScript.

23 Kommentare

  1. Na, da haben sich ja zwei gefunden. Wie obersubtil hier und auf twitter so ein Fass aufzumachen.

    Die Überschrift ist etwas irreführend. Korrekter wäre wohl „Wieso ich in Hamburg beschimpft wurde, weil ich einen HVV Bus fotografierte.“ Die Pluralbildung und „man“-Form impliziert eine Allgemeingültigkeit die zu behaupten ich recht krawallig und effektheischerisch finde.

    Gefällt mir

  2. Hi Sven,

    „man“ durchaus bewusst, da es wiederholt zu solchen Vorfällen mit dem HVV gekommen ist; bei mir wie bei Bekannten. Und heute war es einfach mal genug. Und ganz ehrlich: Ich darf mir sicherlich das Recht rausnehmen und „ein Fass aufmachen“, wenn ein Busfahrer einen mit „Spinner“ tituliert und mit „Verpiss dich“ verabschiedet, Türen schließt und weg fährt. Du bist da vielleicht eher so „runterschlucken, Teil denken, weiter machen“ – aber das habe ich mittlerweile zu oft gemacht und es wurde (für mich) mal Zeit, das zu kommentieren.

    Danke dir dennoch für deinen Kommentar, den Betreff kann man in der Tat anpassen. Das mache ich gleich.

    Gruß
    Marc

    Gefällt mir

  3. Hallo Marc, bin ganz Deiner Meinung: Beschweren beim Arbeitgeber, Aussprache mit dem Gruppenleiter, blabla, alles schön und gut – aber auch wirkungsvoll? Eher nö…

    Danke für die Info über dieses abschreckende Beispiel eines PR-Gau von unten via Twitter. Alle Anbieter, die sich auf welchem Markt auch immer bewegen, stehen heute in einem Schaufenster.
    Mancher Mitarbeiter muss sich das wohl erst noch klarmachen.

    Grüße aus Berlin
    Stephan Wopp

    Gefällt mir

  4. Sry, auch wenn’s wieder verallgemeinert ist, aber solche Einzeller findet man (und ich auch) öfter unter den Busfahrern…

    Gefällt mir

  5. Tatsächlich hat der Autor recht damit, ein Fass aufzumachen. Egal wie die Rechtslage ist (meiner laienjuristischen Meinung nach muss man nicht fragen, ob man einen Bus fotografieren darf, zumal ja nicht einmal klar ist, ob man das Bild fürs private Fotoalbum verwenden möchte oder ob man plant, es zu publizieren), der Umgangston geht hier gar nicht. Der ist sogar so heftig, dass ich mich frage, ob der Dialog wirklich so stattgefunden hat, oder ob ein gegenseitiges Missverständnis vorliegt.
    Und: Natürlich kann ein Busfahrer mal einen schlechten Tag haben, wie wir alle. Grundsätzlich habe ich mit den Hamburger Fahrern aber meist gute Erfahrungen gemacht, die waren oft freundlich und hilfsbereit – ganz im Gegensatz zu ihren Kollegen in Berlin.

    Gefällt mir

  6. Hallo Marc,

    danke für deine Antwort. Vorneweg: Das Verhalten des Busfahrers geht natürlich mal überhaupt nicht. Entsprechende Reaktion in Richtung Arbeitgeber sofort und gerne. Skeptisch machte mich das /cc am Tweet der die betroffenen Accounts bei jedem manuellen Retweet alarmiert und damit auf mich sehr aufdringlich in deren Richtung wirkte. Zusätzlich kommt da sicher meine Skepsis Boulevard-Blättern gegenüber ins Spiel, ich würde mich eher von denen fernhalten als sie noch auf mich und mein Thema zu stossen.

    Die Information, dass es nicht der erste Vorfall bei dir und bei Bekannten war lässt (nicht nur, aber auch) die Überschrift in anderem Licht erscheinen. Als Teil des Textes hätte das bei mir für mehr Einsicht und Verständnis gesorgt.

    Gefällt mir

  7. Weisst du, ich bin wohl einer der wenigen Fahrgäste (fahre täglich 281er und7oder 4er sowie U2) die jedes Mal den Fahrer begrüßen („Moin!“) und beim Aussteigen verabschieden. Ab und an auch mal ein Klönschnack wenn es sich ergibt. Ich wäre der Letzte, der sofort rummeckern würde. Aber sei dir gewiss: Der Dialog hat so stattgefunden. Das „verpiss dich“ war beim Schließen der Türen, würde mich wundern wenn es was ähnlich klingendes war.

    Ich will auch keinen verurteilen, nur finde ich, dass so ein Verhalten einfach nicht geht und ich musste mir hier Luft machen. Ich wollte ihm ja das Foto zeigen, wollte ihm erklären, was Reflexionen auf der Windschutzscheibe bedeuten (nämlich Spiegelungseffekt ;-)) und das er nicht zu erkennen sei, eben nur der Bus als mein Hauptmotiv (wie schon mehrere Fotos zuvor auf der Seite vom Tierpark Hotel).

    Danke für deinen Kommentar.

    Gefällt mir

  8. Moin,

    also mehrere Punkte, was glaubt ihr denn, wie viele Beschwerden so an einem Tag da auflaufen wegen unfreundlicher Fahrer? Das wird nicht nur eine sein und dann sollen die immer schön antreten und sich einen Rüffel abholen? hehe, und ich gelobe, ich glaube an den Weihnachtsmann.

    Drüber bloggen, Öffentlichkeit schaffen und vor allem seine Geschichte durch Zeugen belegen.

    mfG

    AMUNO

    Gefällt mir

  9. Scheibar ist es eine Einstellungsvorraussetzung das man als busfahrer ein arsch sein muß. aber zum glück gibts noch welche die dieser Kriterium nicht erfüllen…..

    Gefällt mir

  10. So, da ich auch als täglicher Busnutzer der Linie 3 regelmäßig mit unfreundlichen, frechen, ignoranten und die Fahrgäste gefährdenden Busfahrern zu tun habe, es gibt auch die Ausnahmen, die Freundlich sind, die die Worte Service und Dienstleistung kennen. Aber leider leider leider ist das Gros einfach unglaublich im Verhalten und Rede und ich bin sehr dafür, sowas öffentlich zu machen und zu verbreiten. Eben weil beim HVV und den Betrieben sich nichts ändern wird, wenn man da nur anruft oder eine Mail hinschickt. Das interessiert die doch nicht die Bohne…

    Gefällt mir

  11. ich bin selber 13 jahre alt und fotografiere busse ,du kannst die busse egal wo und wie ablichten,da der fahrer nur zum beiwerk des fotos gilt.

    Gefällt mir

  12. Hallo meine Lieben Fahrgäste,

    ich bin einer dieser „schrecklichen“ Busfahrer. Ich bin erst seit einem gutem Jahr dabei, aber ihr glaubt garnicht wie schnell man abstumpft. Ich habe nett und freundlich angefangen aber mittlerweile nicke ich einfach nur noch mit dem Kopf, wenn die Fahrkarten hochgehalten werden.
    Klar mag das protzig aussehen, aber stellt euch mal vor, ihr sagt 100 mal Guten Tag und bekommt davon 5mal eine Antwort. Wie würdet ihr euch verhalten ?

    Ich habe noch weitere Beispiele dazu !

    Als Busfahrer kann man es nur sehr sehr wenigen Fahrgästen recht machen !!!
    Das habe ich schnell bemerkt und genauso verhalte ich mich !!!
    Ich fahre häufig die Linie 3, meiner Meinung nach fahre ich sicher, zügig und Fahrgastfreundlich aber an meiner „Nettigkeit“ habert es ein wenig, das gebe ich zu, genau aus dem genanntem Grund.

    Habt ihr noch weitere Verhaltensmuster der Busfahrer?
    Einfacher gefragt, was stört euch ?

    Gefällt mir

  13. Ein kleiner Beitrag angelehnt an die Mathematik. Wie war das gleich? Ach ja:
    Faktor X Faktor = Produkt OK. Das Produkt also den Busfahrer kennen wir ja nun. Doch wenn der Busfahrer das Produkt zweier multiplizierter Faktoren ist, wie sehen dann die Faktoren aus?
    Nun darf jeder einmal in sich gehen und sich überlegen was für ein Produkt er werden würde bei einer wöchentlichen Arbeitszeit von bis zu 60 Stunden, manchmal sogar 7 Tage Dienst, Wechsel Tag- und Nach sowieso, höchste Verantwortung und Konzentration bei minimalsten Einkommen. Z.B. hat ein junger Anfänger verh. 2 Kinder Anrecht auf Hartz IV !!!!! Öffentliche Anerkennung? Gleich null. Im Gegenteil, haut drauf was das Zeug hält. Ja genau Ihr lieben Frauen und Mädchen, Samstagsabend besoffen im Rudel, schade das Ihr Euch selbst nicht sehen könnt. Und, ach so, Fahrkarten werden nur aus boshaftigkeit des Fahrers geprüft. Also auch in diesem Punkt nochmal eins in die Weichteile. Super, dem können wir doch alles an den Kopf werfen, wehren kann er sich ja nicht.

    Ich persönlich habe heute meine persönliche Konsequenz nach 30 Arbeitsjahren gezogen und meinen Dienst quittiert.

    Ciao liebe Hamburger, fahrt Euch selbst !!!!!!!!!!!!!!!!!!

    Gefällt mir

  14. Hi Hvv
    bin am 24.08.12, gegen 10:15 am harburger ring in den Bus 2816, linie 142 gestiegen
    da ich im Rollstuhl sitze und der Fahrer mein handzeichen nicht gesehen hat ,meinte er unfreundlich werden zu müssen.
    Scheint ein schlechten tag gehabt zu haben.
    Wie gut das es auch auf der liene 142 richtung ak harburg nette busfahrer gibt, die die handzeichen der Rollifahrer sehen und nicht den fahrgast auch noch dumm anmachen
    habe eine menge verständnis aber das geht nicht finde ich .
    Wie schon geschrieben war wohl nicht sein tag .
    MFg
    Gaby

    Gefällt mir

  15. Zu den Fahrkartenkontrollen kann ich alles schildern. Ab Mitte März hatte es im Süderelberaum angefangen, dass die Fahrgäste die Pflicht haben, die Fahrkarte vorzeigen zu müssen. Ungefähr ein Jahr später wurde es in fast allen Buslinien zur Geltung gebracht, bis auf die Linien 4, 5 und 6! Irgendwann waren alle Buslinien betroffen,dass die Fahrgäste deren Fahrkarte die Busfahrer vorzuzeigen müssen. Wer es nicht macht, fordert der Busfahrer diejenigen auf, zu ihm zu kommen um die Fahrkarte zu zeigen. Wenn mehr als 10 Fahrgäste an einer Haltestelle stehen, macht der Busfahrer auch die hintere Tür auf, damit er seine Fahrzeiten laut Fahrplan einhalten kann.
    Es wurde damals eingeführt, weil es massenhaft Schwarzfahrer gegeben hatte. Seit der Einführung gibt es viel weniger Schwarzfahrer und haben dementsprechend viel Umsatz gemacht durch Fahrkartenverkauf. Damit sind die mit deren Umsätzen immer erfolgreicher geworden als in den Jahren zuvor.

    Gefällt mir

  16. Ja also mehr Umsatz, also denke ich auch mehr Gewinn. Doch wo ist der geblieben frag ich mich. Heute hat mir ein Schaffner der Regionalbahn zwischen Echem und Lüneburg erklärt, das diese Bahn auf einer Strecke von 10 KM Risse in den Gleisen währen und das die Bahn aufgrund erhöhter Gleisbruchgefahr die Bahn nur 60 fahren darf…. Mit dem Kaffebecher, vom Becker, in der Hand darf man auch keinen Bus betreten und wird an der Haltestelle stehen gelassen. Anschluss Bus adee mit rund 720 KM zusätzlichem jährlichem Fußweg nur allein auf meinem Arbeitsweg, nur weil die Planung der Anschlussbusse sehr mangelhaft ist. Vor einem monat bin ich im Raum Lüneburg mit einem Hvv Partnerunternehmen laut APP gefahren….. Resultat: Ich sitze nun in dem Bus der mir vorgeschlagen wurde…😊 ca. einen Kilometer vor der umsteige Bushaltestelle sehe ich den Anschluss Bus vor dem fahren in dem ich sitze. Da dachte ich, geh doch mal zur Fahrerin und frag nach ob es möglich währe einmal per Funk den anderen Fahrer zu bitten, mir das Umsteigen zu ermöglichen. Antwort Zitat: Das geht nicht, der funkt auf einem anderen Kanal. Ok, no risk no fun. Ich steig aus und will in den anderen Bus einsteigen, fährt der dierekt vor meiner nase los…..JETZT DIE QUAL DER WAHL…. entweder 2,5 Stunden bei 5°C in irgend so nem Dorf ohne alles, keinen Bäcker oder Kaffee, herum stehen oder 8 KM zu Fuß. Die wahl fiel auf 8KM zu Fuß. Hab ich es dann doch rechtzeitig mit ein paar Jogging einlagen zum nächsten Bahnhof geschafft, kommt die Bahn 5 min zu spät. Jetzt ist an der Haltestele der Bahn an der ich aussteige nicht dierekt der ZOB und es gibt extra einen Bus der HVV, der die Fahrgäste der Bahn zum ZOB fährt. Doch der wartet nicht, dieser fährt leer und ohne Fahrgäste los und ich darf nochmals 3 KM zu Fuß laufen. Am nächsten Tag hab ich den Fahret nett und sachluch gefragt, ob dieses vorgehen dem Sinn dieser Linie entspreche. Antwort: Wir müssen pünktlich abfahren, das ist so Vorschrift. Gut an Regeln muss man sich halten….. 😩 Ich könnte Stundenlang so weiter schreiben und meine Erfahrungen mit Diesen Menschen würden kaum ein Ende nehmen..!

    Gefällt mir

Schreibe einen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s