WIRED? WEIRD!

Was für einen Hype (hauptsächlich nerd-seitiger Natur) hat es gegeben, als es hieß: Es wird eine deutsche WIRED geben. Eine Testausgabe. Wie viele Nerds haben sich schon Wochen vorher nass gemacht mit dem Gedanken im Kopf, dass die in den USA sehr erfolgreiche Zeitschrift WIRED nun auch in Deutschland produziert wird?

160.000 Exemplare, verschweisst mit einer GQ (wollte ich eh noch nie haben…). Ich habe (im Auftrag der Firma) 3 Exemplare gekauft, 5 Euro das Stück. Wer will den GQ Mist haben?. Ohne GQ soll es in Kürze für 3,80 Euro im Handel erhältlich sein, als App (die laut einigen Berichten deutlich besser sein soll als das Heft selber) kostet 2,99 Euro.

Die amerikanische WIRED hatte mich schon nicht wirklich tangiert – zu „wildes“ Durcheinander, zu uninteressant die Artikel, zumindest für mich. Keinen klaren Fokus, kein auf den ersten Blick erkennbarer Mehrwert.

Ich will die US-Version aber keinesfalls schlecht machen. Nicht ohne Grund ist sie extrem erfolgreich, aber ich kenne ja uns Deutsche und gehe daher eher skeptisch als euphorisch an die neue Version.

Umso spannender dann letztendlich die deutsche Ausgabe auf Toilette im Büro durchzublättern.

Die Süddeutsche sieht die Zielgruppe der deutschen WIRED so:

Zielgruppe des im Condé-Nast-Verlag erscheinenden Magazins sind nicht nur die gern als Geeks, Freeks oder Nerds bezeichneten Computer- und Internet-Interessierten. So stellt das Heft auch einen Berliner Gin-Brenner und die Sängerin Björk vor. Schwerpunkt aber sind Themen, die auch die vielstimmige Netzgemeinde beschäftigen. Der Journalist Thomas Wiegold porträtiert einen Cyberwar-Experten. Der Blogger Richard Gutjahr beschreibt die innovative Aufbruchstimmung in Israel, der amerikanische Netzdenker Jeff Jarvis sieht im Erfinder des europäischen Buchdruckes, Johannes Gutenberg, den «Schutzpatron des Silicon Valley» und Chefredakteur Thomas Knüwer analysiert die tiefere Bedeutung des «Geek»-Begriffs.

Also auch hier in der dt. Variante: Wirres Durcheinander, kaum ein Artikel, der mich wirklich interessiert, total viele Werbeanzeigen und mehr oder weniger gut verstecke Promoartikel. Einige kleine Artikel waren dann dabei, die mich etwas länger auf Klo haben sitzen lassen als angenommen, aber im Großen und Ganzen… nichts für mich.

Fazit: Klasse, dass sich das jemand traut. Aber ich brauch das Magazin nicht und ich persönlich glaube, dass das Magazin bei weiteren Auflagen dann nach Heft 3 oder 4 wieder abdanken kann. Ich bin enttäuscht. Ich leg’s wieder zurück aufs Büro-Klo.

2 Kommentare

  1. Sir John Falstaff · ·

    Badoo … sexual network! …Das geht runter wie Gewürze Im- und Export Paderborn. Das muß ich haben

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  2. Was wäre die Welt ohne Bill Jobs oder Steve Gates? Genauso langweilig wie die Welt ohne Wired und diesen wirklich interessanten Artikel darüber. So wie es scheint, ist das Büroklo ja richtig ein Ort der Meditation. 🙂

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