dmexco 2013 – weniger Sex, weniger Hipster, mehr Männer mit geölten Haaren, mehr Langeweile

Soll ich, soll ich nicht? Die Entscheidung für die dmexco zog sich einige Wochen hin. Das Jahr 2012 ließ ich aus beruflichen Gründen aus, die Jahre 2010 und 2011 war ich für ethority bzw. nugg.ad vor Ort mit Standdienst. Seit 2010 hat sich einiges getan. Die Messe ist noch größer geworden, mittlerweile stehen 3 Hallen zur Verfügung, mehr Fressbuden, mehr Vorträge. Aber konnte mich die dmexco anno 2013 überzeugen? Nein!

Die Anreise via ICE morgens aus Hamburg war okay; wie die Lemminge sind dann alle am Bahnhof Köln-Deutz/Messe in die überfüllten Shuttle-Busse gestiegen, die uns von Deutz zum Eingang Nord brachten. Dort war dann das gewohnte Schlangestehen angesagt, wobei das mit dem eTicket doch recht schnell ging. Keine 5 Minuten später war ich schon drin. Tage vorher hatte ich mir auf 2 A4-Seiten für alle 3 Hallen die Aussteller rausgeschrieben, wo ich der Meinung war, ein Besuch täte sich sicher lohnen. In Halle 6, quasi die „Halle der Nobodies“ um es vorsichtig auszudrücken, was nur mittags was los. Grund: Viele Fressbuden wurden nach innen verlagert. Das Wetter. Ihr kennt das. Ansonsten hatte ich dort 3 Aussteller auf dem Zettel und war nach 10 Minuten durch mit Halle 6 (dort ist auch die Strombar mit etwa 40 Steckdosen, die man aber ab mittags unbedingt -ganz nach englischer Manier- mit einem Handtuch reservieren sollte…).

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In Halle 6 gab es auch die einzige Dame, der es zu heiß war. Deswegen trug sie nur Hotpants und Tanktop. Habe ihr selbstredend spontan meine Jacke angeboten. Ihr kennt mich. Ebenfalls in Halle 6 hat man es mit der englischen Rechtschreibung auch nicht so ganz ernst genommen.

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In Halle 7 wurde es dann kuscheliger, die Aussteller interessanter. Keine schwitzenden Damen mehr zu sehen, dafür Männer mit literweise Öl in den mittellangen Haaren. Bella Italia. Die Gänge wurden voller, die Stände ebenso – ohne einen Termin kam man nur schwer zu bekannten Gesichtern aus der Branche durch. Das war in den Jahren zuvor anders. Und wieso Boris Entrup vor Ort war um die anwesenden, meist weiblichen Besucher mit Tusche zu „verschönern“ muss ich auf einer Online-Marketing Messe auch nicht verstehen.

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In Halle 8 war dann der Teufel los. Brechend voll (Gänge wie Messestände), ohne Termin absolut nix zu machen. Google hat einen ansprechenden, schlichten aber gut durchdachten Stand gehabt. Facebook enttäuschte auf ganzer Linie, Adobe liegt im Mittelfeld. Die Agency Lounges erinnerten eher an einen Edel-Puff (sorry, aber SCHWARZ? Leute…), viele Stände gingen irgendwie komplett unter (sogar an Yahoo bin ich fast vorbei gelaufen).

Die Vorträge waren -wenn sie denn interessant waren- zu kurz und somit zu oberflächlich, andere Vorträge hingegen hätte man sich getrost sparen können.

Die üblichen Schlangen vor den wichtigsten (…) Fressbuden (Wurst, Burger) waren gewohnt zu lang, das Netz war nur mit Edge zum Mails checken geeignet, die Toiletten erinnerten teils an Dixie Klos auf einem Open Air Festival um 22:25 Uhr und immer wieder traf man dann auf den zwanghaft seriös wirkend wollenden Marketing-Experten mit geölten Haaren. Karneval am 18.9. in Köln. Alaaf!

Das Verkehrschaos um die Messe herum lassen wir mal unerwähnt, immerhin bin ich diesmal schlauer gewesen und ICE gefahren (ohne Probleme btw).

Aber war die Messe 2013 nun ein Erfolg?

Für mich nicht – es war irgendwie angestaubt, langweilig. Wer selber einen Stand hatte oder wichtige Termine mit den Leuten am Stand, der wird die dmexco 2013 sicherlich toll gefunden haben. Wer dort allerdings viele alte Bekannte ohne Termin wieder sehen wollte, musste Geduld, viel Geduld mitbringen. Gut finde ich, dass auf aufdringliche Flyer-Hostessen verzichtet wurde. Auch angenehm, dass viele potentielle Selbstdarsteller diesmal kaum da oder nur schwer zu erkennen waren. Ich nenne keine Namen. Es war durchaus seriöser, aber eben auch langweiliger.

Wenn ich in 2014 nicht wirklich hin muss, dann müsst ihr leider auf mich verzichten. Oder mich zu eurem tollen Stand mit Eis, Wurst, Cola, Süßigkeiten und Gadgets einladen Am Besten alles gleichzeitig.

Bye,
Marceting

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