Twitter: Ist das das Ende vom Retweet?

Auf Twitter bin ich schon lang aktiv. Ich mag den Dienst und würde für ihn sogar bezahlen. Was mich immer besonders freut: Wenn jemand meine Qualitäts-Tweets retweetet, also an seine Follower weiter empfiehlt.

Das zeugt erstens von gutem Geschmack und zweitens wertschätzt es das, was ich (oder eben jeder andere Twitter Nutzer, der einen RT bekommt) gepostet habe in maximal knappen 140 Zeichen. Die Funktion des Favorisierens nutze ich persönlich als Lesezeichen. Um mir später in Ruhe bestimmte Links oder auch Videos anzusehen, die ein Twitter User in die Welt schickt. Ich nutze diese Funktion NICHT, um einen Tweet zu „belohnen“, bzw. seinen Autoren. Und genau HIER kommt jetzt meine Sorge.

Favorisieren ≠ empfehlen!

Seit Wochen beobachte ich einen Trend, der mir nicht gefällt. Tweets werden mittlerweile viel mehr favorisiert, aber nicht mehr retweetet. Klar, für’s Ego und die Karma-Punkte (…) ist das sicher toll, aber wenn ich einen hammergeilen Blogpost schreibe habe ich persönlich aufgrund der Reichweite eher ein gesteigertes Interesse, möglichst viele Leser mit meinem Blogbeitrag zu begeistern. Wenn aber Twitter User X mit seinen 10.000 Followern diesen einen Tweet von mir favorisiert, ist die weitere Reichweite gleich 0. Würde er retweeten, hätte ich potentielle 10.000 Leser mehr auf meinem Blog.

Reichweite schafft Aufmerksamkeit!

Natürlich freue ich mich über „Favs“, wie es in der Twitter-Gang Sprache heißt. Auch wenn ich nicht weiss, ob das jetzt als Bookmarking galt oder eine Auszeichnung war. Zumindest wurde mein Tweet gelesen.

Aber ich bin sicher nicht der Einzige, der Wert auf Reichweite legt. Stellt euch vor, wenn die damaligen Tweets aus Ägypten alle favorisiert worden wären. Wir hätten nur einen Bruchteil an Informationen mitbekommen, weil keiner die (wichtigen) Tweets mehr weiterleitet, retweetet.

Keine Petition, aber eine Bitte:

Überlegt einmal, wie ihr Twitter für euch nutzt aber auch, welchen Sinn Twitter hat. Und wie schnell Twitter in Sachen News etc. in der Vergangenheit war. Ich bin total der Meinung, dass Twitter eine Art „read me later“ für Tweets einbauen sollte, aber favorisieren statt retweeten ist doof.

So.

9 Kommentare

  1. Diese Eier wurden doch längst gelegt und mehrfach ausgebrütet! Jeder nutzt Twitter anders und das wurde zum Thema schon vor Monaten erschöpfend überall ausgeführt. Dass man gerne Blog-Links hätte ist ja schön und gut, aber soziale Medien sind halt kein Wunschkonzert. Vielleicht waren die Inhalte dann doch nicht so gut. Bzw. der Tweet. Vielleicht ging er im allgemeinen Rauschen unter. Nur mit Ägypten hat das alles überhaupt nichts zu tun.

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  2. Ich verstehe nicht so ganz, aus welchem Grund du gerade jetzt das Ende des Retweets einläutest (außer du brauchtest nur eine provokante Headline. Hat geklappt. ;-)). Die RT- und Fav-Funktionen sind doch so, wie sie implementiert sind, schon seit geraumer Zeit in Betrieb. Woher glaubst du eine Änderung im Nutzerverhalten bemerkt zu haben?

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  3. RICHTIG MARC, da bin ich voll deiner Meinung! Dass ich das extra hinschreibe, liegt im wesentlichen daran, dass „nk“ so einen miesepetrigen Kommentar hier gelassen hat.

    DOCH, wir dürfen uns was wünschen! Wir sollten immer wieder über „gute Praxis“ schreiben und gute Gründe anführen, warum retweeten besser ist als faven – im übrigen kann man doch auch BEIDES tun!

    Vielleicht gibt es ja auch nette, gut gelaunte Menschen da draußen, die sich von solchen Bitten und Appellen überzeugen lassen. Warum denn auch nicht? Ich ändere auch meine Meinung und/oder überwinde meine Faulheit, wenn mir jemand gute Gründe nennt.

    Hach, wie mir diese Miesepetrigkeit von Anonymen immer auf den Senkel geht…. !

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  4. Ich nehme mir das auch jedes Mal vor und sehe bei Dir derzeit auch nur 15 Favs, von denen ich bei meinen 2.079 Favs noch weit entfernt bin, aber Favs dienen doch in letzter Zeit – und das stört mich vielmehr – vor allem als kurzes Statement der Kenntnisnahme. „Habs gelesen und zur Kenntnis genommen, weiß aber grad nicht was ich darauf antworten soll“. Das ist für mich ein Fav in 2013, auch wenn strenggenommen nur gute Tweets „gefaved“ werden sollten und so Tools wie Flattr damit dann nicht funktionieren.

    +1 beim Thema ReadMeLater, gibt es wohl aber auch schon als externen Dienst via IFTTT (jeden favorisierten Tweet mit Link = in pocket oder instapaper abspeichern).

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  5. Ich läute nicht das Ende ein – genau das Gegenteil will ich ja. Aber ich habe den subjektiven Eindruck, dass es da gerade irgendwie in die falsche Richtung läuft und alle wie die Lemminge hinterher laufen.

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  6. Ich mache es meist wie folgt:
    * Gefällt mir ein Tweet einfach so (Spruch o.ä.), fave ich.
    * Finde ich einen Artikel/URL in einem Tweet interessant, retweete ich.
    * Gefällt mir ein Tweet zu einem aktuellen Ereignis (z.B. #tatort, #werder, #dfb…), retweete ich, ggf. fave ich auch.

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