7 dumme Fehler, die Unternehmen gern auf Twitter machen

„Chef, wir machen jetzt was mit Twitter! Das ist cool und voll wichtig!“ – so in der Art stell‘ ich mir die Social Media Strategiefindung vieler deutscher Unernehmen vor, wenn der Social Media Beauftragte (aka Praktikant) eines Unternehmens zum Bereichsleiter läuft und unbedingt dieses Web 2.0 machen möchte.

Der Bereichsleiter ist natürlich begeistert und authorisiert feierlich bei einer Flasche Bionade den Praktikanten, als neuer Chief Social Media Officer dem Kanal Leben einzuhauchen. Dieser legt sofort los… immerhin hat er schon von diesem Twitta gehört und weiss, dass man gute Tweeds braucht, um möglichst viele Abonnenten zu bekommen. Immerhin ist seine Firma die geilste Bude der Welt. Wer kennt das nicht.

HARD CUT!

Obiges Szenario ist ausgedacht, aber genau so läuft es sicherlich in vielen deutschen Unternehmen ab. Als Social Media Berater Berater erlaube ich mir aufgrund meiner 25 jährigen Erfahrung bei Twitter einmal die in meinen Augen 7 dümmsten Fehler zu benennen, die Unternehmen auf Twitter so zu Tage fördern.

1. Das Profil wird nicht optimal konfiguriert

Das Twitter-Profil bietet sehr viel Platz, um mehr Informationen zu bieten also nur die paar Zeichen in der Twitter-Bio. So kann man beispielsweise wunderbar Mitarbeiter vorstellen, die auf Twitter für das Unternehmen aktiv sind oder aber Informationen wie „Öffnungszeiten / Supportzeiten“, weitere Kanäle oder aktuelle Infos, wie es KLM hervorragend zeigt.

Twitter KLM

2. Monolog statt Dialog

Klar, jeder hört sich gern reden. Auch wenn Twitter kein Chat ist (eigentlich nochmal ein separater Punkt hier…), so sollte man keine Monologe abfeiern, sondern mit seinen Kunden oder interessierten Followern sprechen. Interagieren. Teilhaben lassen.

3. Folgen bis zum Erbrechen

Ich mag solche Accounts ja besonders gern. Unternehmen (aber auch Privatperson) X folgt auf Masse mal eben 1.400 Leute und hat selber 30 Follower. Merkt ihr selber, ne? Es gibt eine ungeschriebene Regel die besagt: maximal 10% mehr Leuten folgen als man selber Follower hat. Es ist widerum aber nicht schlecht, selber wenig Leuten zu folgen (eben nur ausgesuchten Personen) und mehr Follower zu haben. Wobei das auch schnell als Arroganz gewertet werden kann. Das hängt ein wenig von der Art des Unternehmens ab. Bei Red Bull ist es sicher wurscht, dass die keinen 150.000 Leuten folgen. Bei einen Mittelständler wäre das sicherlich schon fataler.

4. Stark beginnen und dann stark nachlassen

Wie im Beispiel oben genannt ist der Praktikant voller Tatendrang und klöppelt jeden Tag 5 Tweets raus. Weil ja enorm wichtig. Diese Euphorie wird sich spätestens dann legen, wenn nach 7 Tagen immerhin 8 Leute (keine Mitarbeiter!) dem Account folgen. Die Tweets werden weniger, lustloser, weniger wertvoll als vielleicht noch zuvor.

Dabei können auch Retweets wertvoll sein und zeugt zudem von social correctness und Social Media Knowhow.

5. Tweets abbrechen und weiter verlinken

140 Zeichen sind nicht viel. Wem das nicht reicht, sollte einen anderen Kanal bevorzugen. Oder es so schlecht machen wie der Praktikant, der dann mittendrin den Tweet unterbricht und mit seinem total krass coolen Twitter-Tool den restlichen Tweet auf einer anderen Webseite zu Ende lesen lässt. Sinnfreie Tools wie TwitLonger sind dann an der Tagesordnung. Oder aber man meint, dass die bisherige Facebook Seite schon sooo #supergeil ist, dass der Content auch 1:1 bei Twitter passt. Aber auch da wird dann mittendrin abgeschnitten und eine URL zu Facebook gesetzt. Das ist deswegen doof, weil Twitter nicht mehr als eigenes Medium dient und man noch auf eine fremde Webseite geleitet wird.

TwitLonger6. Eigenwerbung

Klar, jeder liebt seine Firma. Sie bringt die Brötchen auf den Tisch und im besten Fall macht es sogar Spaß, dort zu arbeiten. Daher ist man natürlich extra überzeugt, dass alle anderen Millionen Deutschen (und generell eigentlich jeder, der twittert) unbedingt mit Produktinformationen (aka Werbung) zugeballert werden wollen.

„Hier keine Werbung eintwittern“ fehlt noch als Sticker – wäre aber mal angebracht. So lange das nicht geht, sollte der Social Media Manager dafür Sorge tragen, dass Mehrwert gespielt wird. Product Placement ist völlig legitim, sollte aber maximal 1/5 der Tweets ausmachen.

7. Keine Viralität erzwingen

Sicher ist jeder froh, wenn seine Tweets, Bilder oder Videos die große Runde machen. Ich hatte mal einen Tweet über Red Bull Stratos raus gehauen, der ging weltweit einmal rum.

Ansonsten hat man es ja seht gut bei den #firstkiss oder #supergeil Tweets gesehen: Manchmal lässt man es lieber bleiben und besinnt sich auf eigene Stärken. Wobei es auch wirklich tolle Beispiele gibt, wo auf einmal Marken untereinander anfangen, sich zu bekämpfen oder aber auf aktuelle Geschehnisse blitzschnell reagieren.

8 Kommentare

  1. 7 dumme Fehler, die dieser Artikel macht.

    1. In den seltensten Fällen wird „wir machen jetzt social“ vom Praktikanten kommen. Sondern eine fixe Idee des Marketing sein. Der Praktikant hat dann nur das Nachsehen als Contentfabrikant.

    2. Dialog setzt erst mal Publikum voraus. Und das kommt nicht von alleine. Also muss erst mal der Monolog her. Möglichst interessanter Monolog.

    3. „maximal 10% mehr Leuten folgen als man selber Follower hat“ – wenn man mal nachdenkt könnte Twitter so nicht funktionieren. Und auch hier: Man muss erst mal Leute vernetzen, bevor man Follower bekommt.

    4. Stark beginnen und dann stark nachlassen
    Und die Alternative ist?

    5. Ne Timeline voller Retweets macht auch kein gutes Profil.

    6. Eigenwerbung. Social media in Unternehmen ist kein Selbstzweck. Wer nicht gerade nen Online-Helpdesk betreibt, für den dürfte der wichtigste Zweck Eigenwerbung sein. Eigenwerbung heißt übrigens nicht zwingend Product Placement. Sondern alle Formen des externen Marketings.

    7. Viralität kann man doch gar nicht erzwingen

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  2. […] "Chef, wir machen jetzt was mit Twitter! Das ist cool und voll wichtig!" – so in der Art stell' ich mir die Social Media Strategiefindung vieler deutscher Unernehmen vor, wenn der Social Media Beau…  […]

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  3. Hallo Unbekannter,

    die Sache mit dem Praktikanten war gewollt übertrieben – ich habe genug Kunden getroffen wo man in erster Instanz sicherlich das Gefühl hatte, ein Praktikant hätte mehr Ahnung gehabt. Aber das ist auch okay – nobody is perfect. Und es braucht zum Start keinen Monolog – nur geschickte Fragestellung und schon hast du im Posting 1 den Dialog. Wobei das auch immer auf die Marke ankommt.

    Mehr gern später – ich muss jetzt arbeiten und einen Social Media Workshop für Vorstände schreiben.

    LG, Marc

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  4. „Crazy Thomalla“ – das schreit nach einem Spreadshirt Shop 🙂
    So viel Kreativität am Morgen haut mich aus den Socken – wünsche dir dennoch einen schönen Start in den Tag!

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  5. Durchaus gute Tipps. Konnte einiges davon umsetzen

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  6. Freut mich! Viel Erfolg!

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  7. […] 7 dumme Fehler, die Unternehmen gern auf Twitter machen  – thomal.la […]

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  8. Klingt ganz ok und habe es selber gelernt hab bis 2000 leuten gefolgt und hing ewig bei 550 followern dann letzte woche alle die nicht folgten gelöscht und mit hashtags erstmals gearbeitet statt dem @ and follower also von 2000 auf 500 denen ich folgte und in 3 tagen durch ein paar radiosendungen wo ich die songs postete folgten mir 300neue personen also hashtags sind schon nen wichtiges ding hab ich gemerkt.Twitter wird noch immer von vielen nicht verstanden oder als unwichtig gehalten z,b allen radios wo ich im letzten halben jahr war nun habe ich endlose mal mehr follower als dieser radios,wollte immer twitter machen bei denen.Ausserdem habe ich einen Twitterbug rausgefunden für eigene treads und deren verbreitung 😀

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