Wieso mir #Krautreporter jetzt schon auf den Sack geht. Dieser Blogpost ist einfach sagenhaft!

Schon sehr, sehr früh spülte sich ein neues Buzzword in meine Zeitlinien bei Twitter, Facebook, Google+ sowie XING und LinkedIn. Es gab kein Entkommen – und so habe ich mir vor ca. einer Woche dann doch die Ehre gegeben und die Seite krautreporter.de angesurft.

Die Idee dahinter ist ja recht löblich:

Ihr seid die Crowd, wir sind die Reporter. Zusammen sind wir Krautreporter.

Krautreporter ist ein tägliches Magazin für die Geschichten hinter den Nachrichten. Werbefrei, gemacht für das Internet, gegründet von seinen Lesern.

Jeden Tag mit vier ausführlichen, möglichst multimedialen Beiträgen von tollen Autoren. Emotional, relevant, journalistisch. In enger Zusammenarbeit mit unseren Mitgliedern. Auf einer modernen, leicht zu bedienenden Seite.

Für mindestens 60 Euro im Jahr kann man dabei sein – ich persönlich brauche es nicht. Ich bin mit dem, was ich aktuell habe und bekomme, gänzlich zufrieden und glaube nicht, dass mir krautreporter.de einen langfristigen, echten Mehrwert bieten kann.

Und wie es schon bei Seitenbacher-Müsli mit ihrer übelst nervigen Werbung der Fall war, so hat es auch krautreporter.de ohne eigenes Verschulden geschafft, bei mir auf der Blacklist zu landen. Ich bin es Leid, immer und immer wieder in der Endlosschleife von meinen Online-Bekanntschaften lesen zu müssen:

Kommt los. Das sind 5 EUR im Monat. Das geben die meisten von Euch am Tag für Latte-Machiato-Mit-ohne-Mit-Dingens-gerührt aus. Ihr habt die Möglichkeit, mal was Neues werden zu lassen. Eine gute Idee umzusetzen. Also, los.

oder

Ich habe bereits am zweiten Tag die Krautreporter unterstützt. Tut das bitte auch, damit wir endlich wieder echten Onlinejournalismus erleben – oder zumindest sehen, ob das auf diese Weise funktionieren kann.

oder

5.400 Unterstützer hat Krautreporter bisher. Weit zu wenig.
Und das schockiert mich ehrlich gesagt. Wenn man überlegt, wie groß die Medienbranche hier in Deutschland ist, ist das – ein Internetwunder vorbehaltliche – Scheitern der Finanzierung eine Schande. Man sollte eigentlich meinen, jeder Journalist und Medienmensch hätte Interesse daran das Projekt zu unterstützen, allein um die Chance einer Idee auf neue Ansätze sich entwickeln zu sehen.
Ich als Verleger würde da (privat) absolut ein paar Tausend Euro reinwerfen, um zu sehen ob das funktioniert und wie das aussieht … und ohne ein Startjahr werden wir es einfach nicht sehen. Also los, unterstützen!

Ganz ehrlich? Dann gebt doch keine 60 Euro im Jahr aus, sondern 20 im Monat. Oder 50. Oder 1.000. Oder noch mehr – aber bitte, bitte: Postet doch nicht jeden Tag 3x den Zählerstand, denn davon wird das auch nicht besser und wirkt eher wie krautsekte.de. Kann man nicht akzeptieren, dass es anscheinend KEINE breite Masse gibt, die sich dafür interessiert? Ist ja nicht so, dass die Aktion erst seit einem Tag publik ist, nein. Auch im Radio wurde schon darüber berichtet – und hat es was gebracht? Bei über 80.000.000 Deutschen sollten 15.000 nach einer gewissen Zeit bei „läppischen 60 Euro“ doch drin sein. Oder?

Ich persönlich hätte mir eine erste kostenlose Ausgabe gewünscht und erst danach eine Crowdfunding-Aktion wie diese – denn wer kauft schon die Katze im Sack? 60 Euro sind immer noch für viele Menschen viel Geld.

Grmpf.

Ein Kommentar

  1. Vielleicht hast du auch einfach die falschen Freunde auf Facebook. Ich finde das Projekt gut und schlussendlich hat sich ja gezeigt, dass 15.000 Leute Bock darauf haben.

    Eine erste gratis Ausgabe brauchte es übrigens nicht, das sind alles renommierte, gute Journalisten, die man, ein mal kurz Google bemühen, auch anderswo lesen kann.

    Gefällt mir

Schreibe einen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s