5 Social Media Thesen: Schluss mit der Kanal-Denkweise, liebe Unternehmen!

Es ist doch zum Mäuse melken. Das #Neuland, in dem wir laut unserer Bundeskanzlerin leben, könnte enorm viel reißen – in Deutschland haben wir globale Top-Unternehmen, mit denen sehr viel Potential in der digitalen Wirtschaft genutzt werden könnte. Und immer wieder lese ich, das Entscheider auf Unternehmensseite Social Media als „Kanal“ sehen und sich somit einen ganzheitlichen Erfolg nachhaltig wegschießen. Ich kann das echt nicht mehr lesen! 

Social Media ist mehr – aber der Reihe nach.

1. Social Media ist nicht mehr Neuland und schon gar nicht 2.0

Wer auf Unternehmensseite Social Media noch als trendig oder „2.0.“ bezeichnet, kann sich direkt dieses Buch besorgen gehen. Social Media ist angekommen und genauso Standard am Arbeitsplatz und auf der heimischen Couch ab Tablet wie das Telefon oder E-Mail. Social Media ist ein Teil einer viel größeren Art, zu kommunizieren und zu konsumieren.

Wir können uns sicherlich von dem Gedanken verabschieden, dass Deutschland in dem Bereich als innovativ von unseren Freunden im Ausland angesehen wird. Aber wir müssen auch nicht mehr hinterher laufen und uns so geben, als wären wir die Volldeppen der EU. Wir machen schon vieles richtig – und wir können noch mehr leisten. Der Wille dafür muss da sein – egal ob B2B, B2C oder C2C – jeder muss sein Päckchen tragen und den digitalen Fortschritt voran treiben.

2. Social Media gehört eingebunden und nicht separat betrachtet

Zugegeben, das Integrieren von Social Media in bestehende Unternehmensstrukturen ist sicherlich nicht immer einfach und kann auch gut und gern mal länger Zeit fressen als von außen her denkbar. Dennoch bin ich der festen Überzeugung, dass die Integration JETZT erfolgen muss, um nicht dem Wettbewerb hinterher laufen zu müssen. Das bisherige Geschäftsmodell kann neue Impulse bekommen, die eigene Rolle den Kunden gegenüber kann noch genauer definiert und auf ein neues Level gehoben werden. Social Media muss ganzheitlich betrachtet und genutzt werden – dann kann jedes Unternehmen auf seine Weise davon profitieren. Jedes!

3. Neue Strukturen und Prozesse braucht das Land Unternehmen!

Wer meint, eine Facebook-Page zu eröffnen und von dort auf seine Webseiteninhalte zu verweisen würde reichen, darf sich auch dieses Buch besorgen. Social Media ist nicht mit klassischer Werbung vergleichbar – es braucht viel mehr, um das volle Potential ausschöpfen zu können. Dazu gehört auch, seine Zielgruppe zu verstehen, Bedürfnisse zu erkennen und diese genau zu analysieren (dazu gleich mehr in These 5). Die Kommunikationsprozesse sind ebenso anzupassen wie vielleicht bereits definierte Abläufe bei Krisen (das können auch Lieferengpässe sein), bei Events oder bei Neueinführungen von Produkten. Darauf aufbauend sind die KPIs anzupassen und ggf. neu zu entwickeln / zu definieren. Erst wenn all diese Schritte der digitalen Transformation durchgeführt wurden, ist das Unternehmen bereit für Kommunikation in Echtzeit. Aus vorher vielleicht isolierten Abläufen werden auf einmal auch extern übergreifende Abläufe.

4. Digital Touchpoints miteinander vernetzen

Digital Touchpoints sind all jede Orte, die ein (potentieller) Kunde online erreichen kann. An all diesen Orten sollte ihm also etwas geboten werden – je nach Unternehmen / Produkt oder Touchpoint. Dazu zählen auch Blogs, Branded Communities oder natürlich die Unternehmenswebseite. Fatal wäre es allerdings, hier in ein gleiches Muster zu verfallen und jeden Touchpoint unabhängig voneinander zu befüllen. Sinnvoller ist es, diese miteinander zu vernetzen, den Kunden auf eine Reise zu schicken. Voller Spannung oder Punkten, die er gern konsumieren möchte. Wieso nicht im Corporate Blog das Unternehmen mit seinen verschiedenen Bereichen vorstellen, dann weiter auf YouTube dazu passende Interviews mit Kollegen oder GoPro Rundgänge durch eine Werkshalle bieten und via Action Points in YouTube direkt in den Bewerbungsgsprozess auf der Webseite eintauchen?

5. Unternehmensziele + (Analyse + Auswertung + Digitalstrategie) = digitales Geschäftsmodell

Jedes Unternehmen wird Ziele haben – um diese digital anzureichern bedarf es verschiedener Prozesse und eventuell auch Tools, um den klassischen Prozess aufbohren zu können. Wir verkürzen das Ganze etwas und konzentrieren uns auf:

Analyse: Eine Status Quo Analyse ist wichtig um herauszufinden, in welchen Quellen die Zielgruppe über das Unternehmen oder die Produkte oder auch nur die Art der Dienstleistung an sich spricht. Wo halten sie sich auf? Was interessiert sie? Wo geht denen vielleicht die Hutschnur hoch? So eine Analyse kann auch gern rückwirkend für die letzten 12 Monate stattfinden, um beispielsweise saisonale Verläufe berücksichtigen zu können. Wichtig ist, sich vor der Analyse genau Gedanken zu machen, was man überhaupt mit den Daten anfangen möchte. Nur bei der richtigen Fragestellung kommen Ergebnisse raus, mit denen man weiter arbeiten kann.

Auswertung: Die Analyse ist nach etwa 2-4 Wochen abgeschlossen, die Daten müssen nun ausgewertet werden. Hierfür werden meist Agenturen gebucht, sofern inhouse keine Researcher sitzen oder wirklich fitte Brand-/Produktmanager mit sehr gutem Digital-Knowhow. Die Insights werden mit den Unternehmenszielen abgeglichen und ein Maßnahmenpaket inkl. Roadmap, Milestones und KPIs entwickelt.

Digitalstrategie: Wenn das Paket steht, kann die Digitalstrategie entwickelt und in das Ökosystem des Unternehmens integriert werden. Die Strategie sollte neben generellen Digitalthemen auch Themen beinhalten wie Content-Strategie, Themenfeldern, Issue Management und natürlich Abläufe zwischen verschiedenen Abteilungen wie PR, Recht, Online/Digital und Produktmanagement.

Schlusswort

Liebe Unternehmer, stellen Sie sich vor, Sie verlieren ihre besten Kunden an den Wettbewerb, da dieser schneller und innovativer gehandelt hat als sie. Wollen Sie das wirklich? Neue Player am Markt mit starkem Fokus auf ganzheitliche Innovation könnten Ihnen binnen weniger Wochen das Wasser abgraben. Schauen wir auf Dienste wie Airbnb, myTaxi, Uber oder Kreditech – sie sind rasant und massiv gewachsen – da können andere Player nur schwer mithalten, vor allem wenn riesige Summen investiert werden.

Ich bin mir sehr sicher, dass sich in 2015 deutlich zeigen wird, wer als Unternehmen weiter wachsen will und wer sich mit dem zufrieden gibt, was er hat – und in den nächsten Jahren verlieren wird.

6 Kommentare

  1. […] Si sigue anquilosado en la “Edad de Piedra” de los social media, le recomendamos echar un vistazo a las tesis que propone a continuación el bloguero alemán Marc Thomalla: […]

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  2. […] sei Neuland und gehöre separat, neben dem Unternehmen betrachtet. Robert Schanze hat es mit seinen fünf unlängst überholten Social Media Thesen genau auf den Punkt […]

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  3. Ich heisse aber nicht Robert Schanze😉

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  4. […] Si sigue anquilosado en la “Edad de Piedra” de los social media, le recomendamos echar un vistazo a las tesis que propone a continuación el bloguero alemán Marc Thomalla: […]

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