An alle Instagram-Psychopathen: Ihr seid völlig normal! Gegenartikel zu welt.de

Vor 2 Tagen erschien auf welt.de ein Artikel mit dem reißerischen Titel „Instagram macht uns alle zu Psychopathen“. Laura Ewert ist der Meinung, dass die böse Instagram-App uns anscheinend alle Balla-Balla macht und wir doch besser unsere Kameras und Smartphones wegschmeißen sollten – anscheinend ist Frau Ewert CDU-Wählerin und ebenso Einwohnerin von #Neuland wie unsere Bundeskanzlerin.

Ich möchte gern ein paar Kommentare zu dem Artikel los werden, denn ich bin absolut nicht der Meinung von Frau Ewert.

1. Ich für meinen Teil kann mit Instagram umgehen (mein Profil) – ich folge nur Personen oder Marken, wo ich sicher bin, guten Content zu bekommen. Ich erwarte keine Meisterwerke, die mit einer DSLR aufgenommen und dann bei Instagram hochgeladen wurden. Ich erwarte spontane Momente, die mit dem Smartphone aufgenommen wurden. Ich freue mich auf Entertainment und auf Austausch – keiner der Personen langweilt mich.

2. Instagram ist nicht überflüssig. Ebenso wenig WhatsApp, Twitter oder ähnliche Anbieter. Wir erleben gerade endlich einen digitalen Wandel, der von keiner Altersgrenze halt macht. Ist doch klar, dass es Altersgruppen gibt, die gern ihre Drinks hochladen. Gruppen, die ihr Essen fotografieren, andere ihren Weg zur Arbeit. Sicherlich gibt es auch Hardcore-User, die es vielleicht etwas übertreiben – aber es gibt 98% andere, die die Menschen teilhaben lassen an Momenten und Orten, wo man im Moment nicht ist und vielleicht niemals sein wird.

3. Laura Ewert hasst anscheinend Instagram. Es sei die „schädlichste, die böseste und kaputteste App, denn sie macht süchtig nach einer Lightversion des Stalkings“. Ich bin mir ziemlich sicher, dass die Wohnung von Frau Ewert verpixelt in Google Streetview zu finden ist, sie Facebook als „L. Aura“ nutzt und bei Twitter an was Perverses denkt. Ich finde es gefährlich, einen solchen Artikel zu schreiben, wenn man bereits stark voreingenommen ist. Ich sollte was für ein großes Magazin über Snapchat schreiben. Ich hasse Snapchat. Also habe ich es lieber gelassen – das wäre hier der Frau Ewert auch eher zu raten gewesen.

4. Was wollen wir Instagram-Psychopathen eigentlich mit unseren Bildern erreichen? Andere ärgern? Sie neidisch machen? Ich sehe Instagram als eine Quelle der Inspiration (DIY, Home, Gardening) und Information (Reisen, Orte, Kulturen). Genau dafür steht Instagram bei mir – ich scheiße auf 100.000 Follower brauche keine 100.000 Follower. Instagram ist kein Schwanzvergleich wie vielleicht die Abonnentenzahlen von YouTube Accounts der 14 jährigen YouTube „Stars“. Ich freue mich über besondere Momente die ich erlebe – und diese teile ich gern.

Ich denke nicht, dass wir nun unsere geliebte Technik wegwerfen müssen. Vielmehr sollte man sich vielleicht mal überlegen, was einem Bilder an sich bedeuten. Vielleicht möchte ich ja gern sehen, wie X sein Haus einrichtet da es ähnlich groß ist wie meines und ich bei Bedarf direkt fragen kann? Oder wenn Y mit seinen Kids zum reiten ist – da würde ich mit meinen 3 Kids sicher auch gern mal hin. Oh, Z postete Fotos aus einem Dino-Park. Sowas haben wir im Norden? War mir bis vorgestern neu.

INSTAGRAM MACHT UNS ALLE ZU FOTOGRAFEN. ZU KREATIVEN. ZU MENSCHEN.

Viele Grüße ins Neuland, Frau Ewert,

Ihr @mthomalla (@marcthomalla)

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