Der Hype um die neue Clubhouse App – zum richtigen Zeitpunkt am Start

Wenn du auf Twitter von einer neuen App liest, dann ignorierst du es meistens. Wenn es mehrere deiner Kontakte thematisieren, dann schaust du etwas genauer hin. Wenn du auf einmal auf LinkedIn viele neue Posts deiner Kontakte dazu liest, dann schaust du doch nochmal genauer hin – und wenn DANN dein Firmengründer fragt, ob du da mitmachen willst, dann schaust du es dir gefälligst an. Und Hallo – ich bin auf Clubhouse (Marc Thomalla oder nur @thomalla).

Was Clubhouse ist und kann und wo die Gefahren liegen – das schauen wir uns einmal an.

Wie geht`s in den Club?

Bisher ist Clubhouse noch closed beta, das bedeutet: Ohne Einladung geht hier nichts. Und: Du musst ein iOS Gerät haben, da Clubhouse bisher nur für Apple-Geräte zum Download bereitsteht. Kein Web, nur Mobile. Es wird aber noch etwas komplizierter: Damit du eine Einladung erhalten kannst, muss dich die einladende Person im Adressbuch haben (oder kurz hinzufügen). Wenn das gegeben ist, steht einem Invite nichts mehr im Wege.

Du registrierst dich in der App mit deiner Handynummer, bekommst einen Verifikationscode und legst dann deinen Benutzernamen fest. Sinnvollerweise ist das dein echter Name, damit man dich später besser in der App finden / suchen kann. Nun erst kann dich deine bekannte Person einladen – du bekommst per SMS (!) einen weiteren Link. Den anklicken, wieder in die App kommen, erneut Verifikationcode per Fax SMS erhalten und schon bist du drin. Das ist ja einfach.

Das ist Clubhouse (kurzer Überblick)

  • Social Media App, rein auf Audio ausgelegt
  • Nur für iOS verfügbar aktuell
  • Closed Beta (nur auf Einladung eines Kontakts)
  • Kein Textchat möglich, auch nicht unter den Mitgliedern privat, komplett audiobasiert
  • Beta bleibt vorerst als Lernphase bestehen (Android und offen für alle aber angedacht)
  • Erste Kritik aufgrund von Hatespeech, schlechter Moderation poppte in den USA bereits auf
  • Wert bereits über 100 Mio Dollar (bei unter 2.000 Nutzern zum Zeitpunkt der Bewertung)

Grundfunktionen

Nachdem man einige Grundinteressen festgelegt hat, kann man eigene so genannte Räume erstellen oder anderen beitreten. Beim Gründen eines eigenen Raums kannst du festlegen, ob dieser privat sein soll oder öffentlich – privat entsprechend ist es zum testen auf jeden Fall einfacher (für euch getestet :D), weil man sich dann mit einem eingeladenen Kontakt austauschen kann, ohne, dass das andere Clubhouse Freunde auf einmal rein joinen 😀

Im Prinzip gibt es 3 Arten von möglichen Rollen, die man einnehmen kann (und eben dann auch den Funktionsumfang erweitern oder einschränken):

Der Host / Co.-Host (aka Moderator)

Quasi die Türsteher. Sie starten Räume, können andere Teilnehmer zum Sprecher machen und auch wieder „nach unten“ schicken, also runter von der Bühne, zurück ins Publikum.

Mister Speaker

Wer auf die Bühne geholt wurde, darf sprechen. Wer nicht spricht, sollte sich muten (unten rechts, Mikrofonsymbol). Dann vermeidet man unnötige Hintergrundgeräusche und stört die anderen nicht.

Zuhörer

Wie der Name schon sagt: Sie hören zu. Wenn man der Meinung ist, etwas sagen zu wollen, kann man „raisen“, also virtuell seine Hand heben. Das ist aber kein Garant, auch wirklich mit hochgezogen zu werden. Erst recht nicht, wenn der Raum schon ziemlich voll ist.

Wer nicht mehr Zuhören möchte, kann einfach (ohne, dass andere es mitbekommen), wieder gehen. Alternativ kann der Sound auch im Hintergrund (!) weiterlaufen, sodass man nicht zwingend daran gebunden ist, die App aktiv offen zu lassen. Empfinde ich als sehr angenehm.

Um nicht zu spontan zu werden und so womöglich potentielle Teilnehmer nicht zu erreichen, kann man auch Talks vorplanen. Quasi ein Event daraus machen. Dieses Event kann sich ein Teilnehmer dann direkt in seinen Kalender auf dem Smartphone eintragen lassen (Apple Kalender, Google Kalender).

Einige Quotes von Nutzern

Heiko Hubertz (Investor, Entrepreneur, Gründer u. a. von Whow Games und Bigpoint):

Sascha Pallenberg (Ex-Daimler):

Dazu habe ich in einige Talks reingehört. Viele User berichten davon, aufmerksamer zu konsumieren als sich schnell durch LinkedIn Posts zu klicken. Dass sie dankbarer sind für die Zeit, die sich die Sprecher nehmen (für Posts ist man heutzutage ja kaum mehr dankbar). Dass es Themen zu entdecken gibt, von denen sie vorher nichts wussten (z. B. Bitcoins) und durch einen 30 Minuten Talk mehr gelernt haben als durch viele Artikel, zumal man dort auch oft nicht nachfragen kann.

Die App sitzt – aber bleibt sie fest im Sattel?

In den letzten Wochen nach Start hatte die App, vor allem in den USA, mit Community Management zu kämpfen. Hatespeech war ein Thema – zumal die Gründer erst träge und nach und nach „Community Guidelines“ aufgestellt haben. Hier sehe ich auch die größte Gefahr, wenn die App für alle geöffnet wird. Haben wir dann einen Wendler-Aluhut-Channel, indem sich die Covidioten aufstacheln, ohne dass das gesprochene Wort nachgehalten und somit nachverfolgbar wird?

Und ich gebe dem Quote oben von Heiko recht: Die App wird nur überleben, wenn der Content hochwertig bleibt und aus Clubhouse kein einfacheres Discord wird.

Ich werde mir Clubhouse die kommenden Wochen weiter ansehen und sicher auch zu einigen Themen mal eine Talkrunde versuchen (privat eher Camping, beruflich eher VIP Management bzw König Kunde).

Wenn wir uns dort vernetzen wollen: Sucht einfach nach Marc Thomalla ❤

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